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  • Gastbeitrag von Kerstin Özdel

Eine Gefahr für Mensch und Tier – die ProzessionsSpinnerRaupe (oder in Deutschland die Eichen-Prozes


Es ist wieder soweit, gerade jetzt, wo im Süden der Türkei und auch in anderen mediterranen Klimazonen die Temperaturen wieder kräftig ansteigern, sind die Pinien voll mit weissen Wattenestern bestückt. Jedes Jahr im Frühjahr tritt durch die Prozessionsspinnerraupe eine Gefährdung für Menschen und Tiere auf. In der Zeit von Februar bis April lösen die Haare der Raupen bei Kontakt mit der Haut und den Schleimhäuten schwere allergische Reaktionen bei den Betroffenen aus.

In Deutschland geht die Gefahr von den Eichen-Prozessionsspinnerraupen aus, die im Sommer zu tausenden ihre Watte-Nester verlassen!

Die Prozessionsspinner sind kleine graue Falter, dessen Weibchen ihre Eier in watteartige Nester ablegen. In den verschiedenen Entwicklungsstadien ernähren sich die Raupen von Kiefern-/ Piniennadel. Die Futtersuche geschieht überwiegend abends und nachts wobei die Tiere ihr Nest verlassen. Ihre Nahrungsaufnahme lässt sich akustisch als starkes Knistern wahrnehmen.

Der Name Prozessionsspinnerraupe verdankt das Insekt seiner strengen Marschordnung, die an eine Prozession erinnert. Die aneinander gereihten Formationen in denen sie von den Bäumen herunter wandern sind oft mehrere Meter lang. Erst im dritten Larvenstadium verlassen die Raupen ihre Nester endgültig. Sie kriechen in Prozession den Baumstamm hinunter und weiter über den Boden um sich in der Erde zu verpuppen. Dies ist die Zeit, in der sie die grösste Gefahr für Menschen und Tiere darstellen.

Der Kontakt mit diesen Raupen kann zu schweren allergischen Reaktionen führen. Der Auslöser hierfür ist ein Gift, das sich in den Brennhaaren der Raupen befindet. Die feinen mit Widerhaken bestückten Härchen enthalten eine Substanz, das Thaumetopoein, welches zur Abwehr der natürlichen Feinde und damit zum Schutz der Raupen vor Fressfeinden dient. Es kann bei Gefahr aktiv ausgeschleudert werden.

Bei Menschen führt der Kontakt, je nach individueller Intensität der allergischen Reaktion zu starken Juckreiz, Bindehautentzündungen und Hautausschlag. Besondere Vorsicht ist auch bei kleinen Kindern geboten. Neugierig und interessiert durch das auffällige Marschverhalten werden diese gern näher betrachtet und auch angefasst.

Aber auch für Hunde, Katzen und andere Tiere sind die Raupen gefährlich. Gerade Hunde können durch beschnüffeln und lecken an den Insekten extrem allergische Reaktionen zeigen. Die Nasen- und Mundschleimhäute reagieren besonders stark auf das Gift. Unmittelbar nach dem Kontakt treten mehr oder weniger gravierende Symptome auf. Bei schwacher Reaktion kommt es vermehrt zu Speichelfluss, in schweren Fällen schwillt die Kopfpartie und die Zunge extrem an. Gewebeschädigungen und ein absterben der betroffenen Stellen sind dabei keine Seltenheit.

Bei Katzen ist die Reaktion auf die Haare erheblich geringer sodass die Symptome oft gar nicht auffallen und übersehen werden.

Stellt man fest, oder besteht auch nur der Verdacht, dass ein Mensch oder ein Tier direkten Kontakt mit den Raupen hatte, muss sofort reagiert werden.

Es handelt sich um einen akuten Notfall!!! Unserer Hündin (damals 3 Monate alt) sind nach dem Kontakt mit einer Raupe Teile der Zunge abgestorben obwohl sie innerhalb von 30 Minuten tierärztlich behandelt worden ist.

Bei einer Fundhündin, die wir im Sommer 2014 aufgenommen hatten, fehlte ein Teil der Zuge, wodurch die Wasseraufnahme extrem eingeschränkt war. Da sie in der Nähe eines grossen Pinien-/Kiefernwaldes aufgegriffen wurde, liegt die Vermutung nahe, das auch sie mit den Raupen in Berührung gekommen ist.

Als Sofortmassnahme sollte man den gesamten Rachenraum mit viel Wasser ausspülen, ohne dabei zu reiben. Danach ist es wichtig, direkt einen Arzt / Tierarzt aufzusuchen, der je nach Stärke der Reaktion die geeigneten Behandlungen durchführt.

Nicht nur der direkte Kontakt mit den Raupen kann Probleme bereiten. Auch die herumfliegenden Härchen können zu allergischen Reaktionen auf der ganzen Haut führen. Durch den Wind können diese Härchen mehrere hundert Meter weit verstreut werden und noch nach vielen Monaten ihre Wirkung behalten. Die Reaktion auf die herumfliegenden Härchen sind nicht so ausgeprägt und gefährlich, oft aber grossflächiger. Meist handelt es sich um juckende Ekzeme, die ebenfalls medizinisch versorgt werden sollten.

Wenn sich auf Ihrem Grundstück Pinien / Nadelbäume ( in DE Eichen ) befinden ist es empfehlenswert, in den betroffenen Monaten, das Grundstück und die Umgebung in der Nähe regelmässig nach Raupen abzusuchen. Auch sollte man Pinienwälder (Eichenwälder) zum Spaziergang meiden und in jedem Fall aufmerksam nach dem Vorkommen von Raupen oder deren Kokons Ausschau halten.

Fotos: Kerstin Özdel & stockfoto

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